• Eva Parth dos Santos

5 Dinge, die wir nicht zu unseren Kindern sagen sollen

Für alle Erziehungspersonen, die ihre Kinder zu starken und selbstständigen Kindern erziehen wollen.


Wir wollen alle das Beste für unsere Kinder. Das klingt jetzt sehr einfach, aber jeder der Kinder grosszieht weiss, dass es nicht immer einfach ist. Oft verfallen wir in alte Muster, wie unsere Eltern, Grosseltern und Lehrer uns erzogen haben und hören unsere Eltern in uns. (Wie oft dachte ich mir, jetzt klinge ich genau, wie meine Eltern!?) Du denkst jetzt vermutlich: "Aus mir ist auch etwas geworden." Das stimmt sicher und auch unsere Eltern hatten nur das Beste im Sinn. Und gleichzeitig gibt es doch immer Verbesserungsmöglichkeiten, stimmt's?


Kinder brauchen keine perfekten Eltern


Kinder brauchen keine perfekten Eltern (wie wir alle wissen, gibt es die auch gar nicht)- sie brauchen jemanden, der für sie da ist und sie fördert. Und eine sehr effiziente Möglichkeit sie zu stärken ist unsere Sprache.

Als Eltern möchten wir, dass unsere Kinder Selbstvertrauen, Selbstbeherrschung und Durchhaltevermögen an den Tag legen. All das sind Dinge, die Kinder durch Erfahrung lernen können - und wir können ihnen damit helfen.


1. "Ist doch nicht so schwer."


"Es ist doch nicht so schwer. Es ist nicht beängstigend. Es ist doch keine grosse Sache." Unsere Kinder können nicht einfach aufhören, etwas zu fühlen, nur weil jemand es ihnen gesagt hat. So funktioniert das nicht. Für sie IST es schwer. Es IST beängstigend. Wenn man ihnen etwas anderes sagt, können sie sich abgewiesen oder schuldig fühlen.


Alternativen:

  • "Ich weiss, das ist schwer, aber du schaffst das."

  • "Ich verstehe, dass du Angst hast. Was können wir dagegen tun?"

  • "Ich bin für dich da."


Indem wir unseren Kindern die Gefühle nicht absprechen, sondern ihnen zeigen, dass wir für sie da sind, erlauben wir ihnen, die Gefühle zuzulassen und bewusst aufzuarbeiten.


2. "Ist alles ok."


"Es ist nichts passiert. Es ist alles gut. Dir geht es gut."

Wie oft tappe ich selbst in diese Falle. Zum Beispiel wenn unsere Kinder sich weh tun, versuchen wir sie so zu beruhigen. Wir sagen dem Kind, dass es ihm gut geht, obwohl das offensichtlich nicht stimmt. Indirekt sagen wir dem Kind, dass es keine Schmerzen haben darf und diese Gefühle nicht richtig sind.


Alternativen:

  • "Geht es dir gut?"

  • "Es sieht so aus, als hättest du dir weh getan. Soll ich dir eine Umarmung geben, dass es dir besser geht?"

  • "Ich bin für dich da."


Es ist in Ordnung, unsere Kinder zu beruhigen, wenn es ihnen nicht gut geht. Dadurch fühlen sie sich sicher bei uns und lernen, dass wir sie ernst nehmen und ihnen glauben.


3. "Geh' in dein Zimmer."


"Geh' in dein Zimmer, bis du dich beruhigt hast. Ich habe genug von dir."

Manche Situationen sind sehr nervenaufreibend und Pausen tun allen gut. Es geht hauptsächlich darum, wie wir das machen. Wenn wir unsere Kinder wegschicken und sie mit ihrem Frust, ihrem Ärger oder ihrer Überforderung alleine lassen, helfen wir ihnen nicht.


Alternativen:

  • "Ich sehe, du bist verärgert. Möchtest du eine Umarmung?"

  • "Brauchst du eine Pause?"

  • "Lass uns eine kurze Pause machen und danach darüber sprechen."


Damit bestrafen wir unsere Kinder nicht, sondern versuchen ihnen zu zeigen, mit den Emotionen umzugehen. Auch wir Eltern brauchen manchmal eine Pause und es ist ok, das zuzugeben. Es ist nicht immer einfach, im Moment ruhig zu bleiben und eine Pause kann allen helfen, danach in Ruhe darüber zu sprechen.


4. "Entschuldige dich."


"Geh' dich sofort bei deiner/m Schwester/Freundin/Onkel entschuldigen."

Durch erzwungene Entschuldigungen lehren wir kein Einfühlungsvermögen oder echte Reue. Es sind nichts weiter als Lippenbekenntnisse.


Alternativen:

  • "Was glaubst du, wie sich deine Schwester jetzt fühlt?"

  • Zeig' deinem Kind, wie es geht und entschuldige dich. Kinder lernen viel durch beobachten.

  • Sprich mit deinem Kind etwas später noch einmal darüber. Oft sind Kinder in der Situation überfordert und fühlen sich später dann schlecht.


Indem wir mit unseren Kindern über die Gefühle, die wir bei anderen auslösen, sprechen, lehren wir ihnen, diese einzuordnen und zu verstehen. Das ist viel sinnvoller, als das Wort "Entschuldigung" zu erzwingen und damit können sie dann auch echte Reue zeigen.


5. "Das tut man nicht."


"Wir schlagen nicht. Wir reden nicht so. Das tut man nicht."

Gerade jüngere Kinder wissen in vielen Situationen nicht, was richtig und falsch ist und können die Konsequenzen noch nicht selbstständig abschätzen. Indem wir ihnen sagen, was man nicht tut, wissen sie immer noch nicht, WARUM etwas falsch ist und was sie anstatt dessen tun können.


Alternativen:

  • "Ich verstehe, dass du wütend bist, aber schlagen ist nicht gut. Du kannst stattdessen mit deinem Bruder sprechen."

  • "Ich möchte nicht, dass du mich beschimpfst. Das macht mich traurig. Bist du wütend auf mich? Das kannst du mir gerne sagen."

  • "Wir machen nicht die Zeichnung deiner Schwester kaputt. Das macht sie traurig. Sollen wir eine Zeichnung für dich machen?"

Wir zeigen unseren Kindern, dass ihr Verhalten nicht gut ist und geben ihnen gleichzeitig eine Alternative. Damit lernen sie Alternativen und erhalten klare Anweisungen, die sie das nächste Mal leichter befolgen können.


Hast du noch mehr Beispiele? Teile sie mit uns in den Kommentaren.



Wer ist Mint Girls?


Mint Girls macht Kleidung für Mädchen, die Astronautinnen, Lastwagen und Drachen toll finden. Wir möchten damit unsere Mädchen bestärken und ihnen die Möglichkeit geben, Alternativen zu Prinzessinnen und Einhörnern zu haben.


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